Lektorat für Print und Web

Naja, manchmal ist es einfach die Tatsache, dass der Verfasser der Texte nach 4-mal lesen verbliebene Buchstabendreher, fehlenden Zusammenhang oder gleichbleibende Schreibweise einfach nicht mehr sieht, da sein Gehirn ja weiß, was da stehen soll.

Das ist kein böser Wille, sondern einfach ein Fakt unserer Hirnfunktionen.

Geübte Leser erfassen Wörter nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern Erkennen sie als Ganzes, ein schönes Beispiel hierfür ist der folgende Text:

„Gmäeß eneir Sutide der Cabrmidge Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige was wcthiig ist, dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.“

Trotz verdrehter Buchstaben können wir den Text problemlos aufnehmen, weil unser Gehirn die Wörter wiedererkennt. Wichtig hierbei ist zum einen, dass der erste und letzte Buchstabe des Worts an der richtigen Position stehen, ansonsten wird das Erkennen deutlich schwerer – und dass es sich um Wörter handelt, die wir oft benutzen und somit einfach wiedererkennen können.
(The Significance of Letter Position in Word Recognition, Graham Rawlinson, 1976, Universität von Nottingham)

Das heißt, je besser man bereits weiß, was wo im geschriebenen Text steht, desto leichter übersieht man Dreher und Tippfehler.

Deshalb sollte man die eigenen Texte möglichst immer an jemanden geben, der fit in Rechtschreibung und Grammatik ist, aber noch nichts mit den Inhalten zu tun hatte!

Zu unserem Bedauern stellen wir fest, dass nicht nur bei Büchern, Prospekten und Katalogen auf Lektorat verzichtet wird, sondern verbreitet auch für die Webseite. Doch gerade diese ist ja nunmal der häufigste Startpunkt eines Besuchers. Rechtschreib- und Grammatikfehler beeinflussen unterschwellig den ersten Eindruck, der aber immer wichtig ist.

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